Schloss Seifersdorf
 

Geschichte von Schloss Seifersdorf

Das erste Schloss – eine Turmhügelburg - wurde vermutlich im 12. Jahrhundert (erwähnt erstmalig 1191) aus viel Holz und wenig Mauersteinen errichtet. Es wird auf einer Insel inmitten des aufgestauten Tiefengrabens angelegt. Nach der Zerstörung durch einen Brand wurde das zweite Schloss aus Stein 1208 beschrieben - also noch vor der ersten urkundlichen Erwähnung Seifersdorfs als „Syfridisdorf“ 1335 in einem Schreiben des Bischofs von Meißen. Nachdem im frühen Mittelalter die Wachauer Burgmänner einen Rittersitz errichtet hatten, kam im späten Mittelalter die Familie von Haugwitz nach Seifersdorf. 1461 belehnte Friedrich der Sanftmütige seinen Kanzler Georg von Haugwitz mit Seifersdorf und 1510 erhielt Christoph von Haugwitz das Lehen. Er heiratete 1531 Margarethe von Schlieben aus Pulsnitz. Als drittes Schloss wurde von 1530 bis 1535 unter Christoph von Haugwitz ein Neubau des Schlosses anstelle der Turmhügelburg als Wohnschloss im Stil der Frührenaissance errichtet. 1586 verloren die Herren von Haugwitz schuldenhalber fast allen Grundbesitz im Kurfürstentum Sachsen, und die Grundherrschaft Seifersdorf ging an Dietrich von Grünrod über, der das Schloss kaufte. 1605 errichtete sein Sohn Wolf Dietrich I. die Kirche. Das vierte Schloss wurde 1621 bis 1627 als Um- und Erweiterungsbau durch Wolf Dietrich II. von Grünrod errichtet. Dieses Schloss muss ein stattlicher Renaissancebau gewesen sein. 1691 bis 1698 fanden durch Hans Georg von Grünrod wiederum Erneuerungsarbeiten am Schloß statt. Dieser Teil, das fünfte Schloss, ist heute nicht mehr vorhanden.

Premierminister Heinrich Graf von Brühl

1747, nach dem Tod des letzten Herrn von Grünrod, wurde Premierminister Heinrich Graf von Brühl (1700-1763) von König August III. mit dem Rittergut und Schloss belehnt. Er war höchstwahrscheinlich selbst nie in Seifersdorf und ließ das Gut von Gottfried Schneider verwalten. 1750 wurde das Pächterhaus im Rittergut erbaut. 1763 starb Heinrich Graf von Brühl. Sein Besitz wurde wegen angeblichen Hochverrats gepfändet. Erst 1774 erhielt nach mehreren Erbvergleichen der vier gräflichen Söhne  Hans Moritz Graf von Brühl (1746-1811) das Rittergut und Schloss Seifersdorf. Der Besitz war verschuldet. Das Schloß war über die Jahre völlig verwahrlost und fast unbewohnbar. Es diente nur als Getreidelager und Wohnsitz von Bediensteten. Der Graf mit seiner Frau Christine, genannt „Tina“, wohnte vorübergehend in Schloss Wachau und bezog 1775 das Pächterhaus im Rittergut.

Hans Moritz Graf von Brühl erbte das Rittergut und zog mit seiner Familie nach Seifersdorf.

1781 begann die Ausgestaltung des Gartens auf dem Rittergut zu einer Parkanlage sowie die Gestaltung des Seifersdorfer Tales durch Tina Gräfin von Brühl (1756-1816). Hans Moritz und Tina gehören zum Freundeskreis der Weimarer Klassiker um Johann Wolfgang von Goethe und Anna Amalia von Weimar. Sie besuchten diese auch in Weimar und Karlsbad und stellten u.a. für Goethe ein Denkmal im Garten am Herrenhaus und für Anna Amalia ein Denkmal im Tal auf. Goethe schrieb das noch heute im Original vorhandene „Bänkelsängerlied“ zum Geburtstag von Hans Moritz Graf von Brühl.

Tina von Brühl schuf das Seifersdorfer Tal.

Die Familie führte einen regen Schriftwechsel mit Goethe, den später deren Sohn Carl Graf von Brühl, Intendant der Berliner Theater, fortführte. Die Brühls wurden damals von vielen bekannten Persönlichkeiten in Seifersdorf besucht. So war der Hofkapellmeister Johann Gottlieb Naumann oft in Seifersdorf, aber auch Gottfried Schadow, Theodor und Gottfried Körner, Elisa von der Recke, ebenso wie Caspar David Friedrich, der Maler Darbes u.v.m. 1794 besuchte Wieland die Gräfin auf ihrem heimatlichen Gut. Herder und Wieland sowie Goethe galten als Erzieher bzw. Mentoren von Carl Graf von Brühl. 1790 ging Hans Moritz Graf von Brühl in preußische Dienste und wurde zum Intendanten der Chausseen von Preussen und Pommern ernannt. Fortan wurde er der "Chaussee-Brühl" genannt. 1809 wurde das Schloss auf Christina überschrieben und ihr gelang eine wirtschaftliche Führung des Gutes.


Carl von Brühl wirkte als Theaterintendant in Berlin.

1816 starb Tina von Brühl, und die Grundherrschaft übernahm ihr Sohn Carl (Karl). Dieser war von 1815 bis 1828 Preußischer Generalintendant der königlichen Schauspiele und später auch der Museen zu Berlin. Dort arbeitete Carl Graf von Brühl u.a. mit Karl Friedrich Schinkel zusammen. Im Sommer lebte er meist in Seifersdorf. 1817 besuchte der Architekt Karl Friedrich Schinkel auf Bitten des Grafen Schloss Seifersdorf. Von ihm sind Skizzen zur Schlossgestaltung überliefert. Ebenso besuchte im Mai 1817 erstmals Carl Maria von Weber den Intendanten Carl Graf von Brühl (1772-1837). Infolge der Gespräche zwischen Intendant und Komponist wurde "Der Freischütz" für Berlin fertiggestellt, der ursprünglich den Titel "Die Jägersbraut" trug. Weber besuchte in den Folgejahren noch oft Seifersdorf bzw. führte einen regen Schriftwechsel mit dem Grafen, um sich über die Oper und deren Premiere auszutauschen. Brühl forderte Weber immer wieder auf, den "Freischütz" fertigzustellen. Die Welturaufführung fand während der Brühl-Intendanz am 18. Juni 1821 in Berlin statt. 2021 fand das 200. Jubiläum der Welturaufführung des „Freischützes“ statt, an der Carl Graf von Brühl maßgeblichen Anteil hatte. Die Oper verdankt ihm den Namen „Der Freischütz“. Am 13. Februar 1985 wurde die Semperoper Dresden mit dem „Freischütz“ wiedereröffnet, und am 01. Mai 2015 feierte das Opernhaus mit einem SemperOpenair 30 Jahre Wiedereröffnung ebenfalls mit dem „Freischütz“.

Der Komponist Carl Maria von Weber weilte oft in Seifersdorf

1818 wurde das Schloss u.a. nach Plänen von Schinkel umgebaut, jedoch sind mögliche Ideen des Umbaus auch auf Carl von Brühl zurückzuführen. Das bis heute erhaltene sechste Schloss ist somit ein „Schinkelbau“ im neogotischen Baustil. Im neuen Nordflügel wurde ein fulminater Theatersaal eingebaut. 1826 war der Umbau beendet. Erst dann konnte die gräfliche Familie in das Schloss umziehen. 1822 wurde die Tafel „Eine veste Burg ist unser Gott“ an der Südseite des Schlosses angebracht. Ob dies nur das Datum der äußerlichen Fertigstellung des Umbaus nach Schinkelplänen oder auch das Geburtstagsgeschenk zum 50. Geburtstag von Carl Graf von Brühl war, ist nicht bekannt. 1837 starb der Theaterintendant Carl Graf von Brühl in Berlin und wurde in der Seifersdorfer Kirche neben seinen Eltern in der Familiengruft beigesetzt.

Das Schloss verblieb im Besitz seiner Frau Jenny und ihres Sohnes Karl (1818-1858). Karl heiratete Ludmilla Gräfin von Renard aus Groß Strehlitz in Oberschlesien, die eine Tochter des Montanindustriellen und Fideikommißherr Andreas Maria von Renard war; aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Der jüngste Sohn Karl, geb. 1853, wird der letzte Graf in Seifersdorf.

1889 wurde Karl von Brühl Mitbegründer des Epilepsiezentrums Kleinwachau und der Tobiasmühle. Viele Jahre wirkte er dort als Hausvorsteher; seine erste Frau Else (geb. Krosigk) unterstützte ihn dabei. Nach dem Tod von Gräfin Else 1905 übernahm die zweite Ehefrau des Grafen, Gräfin Agnes, viele Jahre diese Aufgabe. 1890 bis 1896 wurden im Schloss einige, heute historische Decken eingezogen: Der Theatersaal wurde zu Wohnungen für Bedienstete umgebaut und das Mansardengeschoss wurde ausgemauert. In der Kirche wurde im Nordflügel das große Stifterfenster mit den Wappen von Karl und Else 1892 eingebaut.

Karl Graf von Brühl-Renard

1909 wurde Karl zudem Fideikommißherr von Groß Strehlitz und führt fortan den Titel Karl Graf von Brühl-Renard. 1923 starb Karl von Brühl-Renard, der letzte Graf aus dem Hause Seifersdorf, ohne Nachkommen. Erbberechtigt wären die Söhne Friedrich bzw. Wolfgang seiner Schwester Elisabeth, die ins Haus zu Castell-Castell eingeheiratet hatte. Um Seifersdorf gab es lange Jahre Erbstreitigkeiten mit Gräfin Agnes. 1945 wurde Agnes Gräfin von Brühl-Renard auf die Insel Rügen verbannt. Sie kehrte nach Sachsen zurück, wo sie 1952 in Radebeul verstarb und ihrem Wunsch entsprechend auf dem Seifersdorfer Friedhof neben Graf Karl beigesetzt wurde.

Die Sprengung des Schlosses nach 1945 konnte verhindert werden, mit der Zeit wurde das Schloss jedoch geplündert. Zahlreiche Kunstschätze, vor allem Gemälde, werden der Dresdener Gemäldegalerie zugeführt. Andere werden zerstört oder geraubt. Insbesondere dem damaligen Pfarrer Karl Josef Friedrich ist es zu verdanken, dass neben Gemälden heute auch noch sehr viel Schriftwechsel vorhanden ist, den er sicher verwahrte. Nach der Enteignung von Gräfin Agnes gab es große Konflikte bis zum ersten Sächsischen Ministerpräsidenten Friedrichs und seinem Innenminister Fischer bezüglich des Abhandenkommens der wertvollen “Seifersdorfer Goetheana“ (Originalbriefe und Bänkelsängerlied), die zum Besitz von Gräfin Agnes gehörten und sich im Schloss befunden hatten. Der Konflikt konnte gelöst werden. Die Briefe gingen 1946 als Schenkung des Landes Sachsen an die Goethe-Stiftung nach Weimar. Heute sind diese im Original in der Klassik-Stiftung Weimar zu finden. Ehemaliges Mobiliar aus Schloss Seifersdorf befindet sich heute im Kunstgewerbe Museum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Die Kutsche steht restauriert auf Schloss Augustusburg bei Chemnitz. Die Laute von Tina von Brühl befindet sich seit 1958 im Bachhaus in Eisenach. Ein ganz besonderes Exemplar eines Schrankes von 1750, der zum Bestand des Seifersdorfer Schlosses gehörte, nannte bis zu seinem Tod 1985 der Verleger Axel Springer sein Eigentum. Heute befindet sich der Schrank im Victoria und Albert-Museum London. Leider ist auch diverses Inventar des Schlosses danach in private Hände gelangt. Davon wird heute ab und an etwas bei Versteigerungen bei Auktionshäusern angeboten.

Ab 1946 gehörte das Schloss der kommunistischen Partei und wurde Erholungsheim. 1951 wurde die Gemeinde Seifersdorf Rechtsträger für das Schloss. Im Schloss wurdw der Kindergarten untergebracht. Außerdem nutzte man die Räume als Schulräume, Pionierzimmer, zwei Lehrerwohnungen, die Gemeindeschwesternstation und Dienstzimmer des ABV. 1956 folgte die Einrichtung der Diensträume des Rates der Gemeinde; seit 1960 galt das Schloss als Baudenkmal.

1978 erfolgten umfassende Instandsetzungsarbeiten mit Außenputzerneuerung und Dachreparatur durch unzählige Bürgereinsätze. Weitere Instandhaltungsarbeiten an Schloss und Park erfolgten durch die Gemeinde. Der große Schlossteich wurde 1985 durch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Seifersdorf entschlammt.

1995 wurde die Gemeinde Wachau Eigentümer des Schosses. Im Schloss befanden sich zu diesem Zeitpunkt der Kindergarten, das Ortsamt, zwei Wohnungen, ein Saal für Veranstaltungen, eine Küche, ein Raum für Seniorenbetreuung, der Feuerwehrraum, ein Jugendclub im Kellergeschoss, das Vereinszimmer Heimatverein und Schlossverein, die Bücherei und leider auch leerstehende Räume. In den Folgejahren verlor die Gemeinde nach dem Zusammenschluss zur Gemeinde Wachau zunehmend Interesse an Schlossnutzung; öffentliche Einrichtungen zogen aus. Der Vesuch der Gemeinde, das Schloss zu privatisieren, scheiterte.

2004 wurde der Kindergarten geschlossen, und aus dem Widerstand gegen die Privatisierungspläne des Schlosses entstand der Förderverein Seifersdorfer Schloss e.V., der sich die Erhaltung des Schlosses mit Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit und die Intensivierung der Nutzung zum Ziel gesetzt hat.

Seit 2005 finden regelmäßig Vorträge, Kino-Abende, Lesungen und weitere Veranstaltungen statt. Die schmiedeeisernen Tore und die Steinsäulen wurden durch Spendengelder vom Förderverein saniert. Darüber hinaus wurden diverse Putzarbeiten am Schloss finanziert. Die Brücke über die Röder an der Brettmühle, die seit Ostern 2017 wieder geöffnet ist, wurde vom Verein neben anderen Beteiligten mitfinanziert. Außerdem konnten Repros von einst in Seifersdorf hängenden Gemälden nachgedruckt werden. Die Originale befinden sich in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. So hängen u.a. im Schloss Moritzburg fünf Seifersdorfer Originale. 2010 erfolgte die hochwertige Sanierung und historische Restaurierung des großen Saales durch die Gemeinde Wachau. 2015 schloss sich der Einbau einer Behinderten-Toilette und eines Aufzuges zum Saal an. 2016 wurde eine durch Spendengelder finanzierte Gedenkplatte für Christina Gräfin von Brühl, die Begründerin des Seifersdorfer Tales an ihrem 200. Todestag,im Schlosspark eingeweiht.

2019 wurde die Ausstellung „Das sächsische Weimar?! Schloss Seifersdorf und das Seifersdorfer Tal in ihrer kulturhistorischen Bedeutung“ gezeigt. Der Förderverein gestaltete gemeinsam mit dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz (Eigentümer des historischen Tales) und dem Seifersdorfer Thalverein die Ausstellung bestehend aus 24 Rollups zur Geschichte und 18 Schautafeln zur Baugeschichte. Die Vitrine im großen Saal des Seifersdorfer Schlosses mit Hilfe von Spendenmitteln wurde wiederhergestellt.Der Förderverein stellte sein Konzept für ein „Besucherzentrum und multimediales Museum Schloss Seifersdorf entlang der Brühlschen Geschichte“ der Gemeinde Wachau vor, die das Konzept beim SIMUL+-Ideenwettbewerb einreichte. Die Gemeinde Wachau erhielt 2020 für dieses Konzept einen Preis des SIMUL+-Ideenwettbewerbs des Staatsministeriums für Regionalentwicklung und gewann 200.000 Euro zweckgebunden für die Idee und fürs Schloss. Dieses Preisgeld kann als Eigenanteil für weitere Förderung genutzt werden. Infolgedessen entstanden ein Gesamtnutzungskonzept, ein Museumskonzept für die ehemalige gräfliche Wohnung und ein Tourismuskonzept für die gesamte Seifersdorfer Talregion mit Zentrum im Seifersdorfer Schloss. Mittlerweile läuft die Umsetzung der Projektidee mit Hilfe der Seifersdorfer Vereine. Dazu gehören u.a. die Erneuerung der 50 Jahre alten Kellertoilette im Schloss. Im Herbst 2020 wurde auch mit dem ersten Bauabschnitt des Schlossdaches „Erneuerung des Daches und flankierender Bauteile“ begonnen.


  • Arbeitszimmer des Grafen
  • Schloss Seifersdorf & Familie Brühl Fotos 012
  • Heutiger Großer Saal

Zur Geschichte des Schlossparks

Tina Gräfin von Brühl begann mit der künstlerischen Gestaltung des Geländes zwischen Herrenhaus und Kirche. Ihr Sohn, der mit dem Forstfach vertraute Carl Graf von Brühl, ließ um 1830 auch die Umgebung des Schlosses landschaftsgärtnerisch gestalten. Der mit einer durchgängigen Mauer umgebene Schlosspark wurde mit teilweise exotischen Gehölzen bepflanzt. Errichtet wurden auch verschiedenen Denkmale und kleine Gebäude.

Umgestaltet wurde der Park Anfang des 20. Jahrhunderts nach Plänen des Dresdner Gartenarchitekten Max Bertram. Es wurden teilweise wertvolle Gehölze angepflanzt und Rundwege angelegt. Diese Anlage ist heute noch überwiegend erhalten und auch einige der seinerzeit angepflanzten Bäume sind noch vorhanden. Auch in den Jahren danach wurde der Park erhalten. Nach Anlage eines Lehrpfades mit Beschilderung von ca. 60 Bäumen in den Jahren nach 1960, erfolgte ab ca. 1975 eine konsequente Pflege mit Beseitigung von entstandenem Wildwuchs und Freilegung zugewachsenen Wege.

Gepflegt wird der Schlosspark heute vom Bauhof der Gemeinde Wachau. Von Zeit zu Zeit wurden auch Arbeitseinsätze vom Förderverein durchgeführt. Ein Konzept zur fachkundigen Parkpflege wurde durch ein Landschaftsarchitekturbüro erstellt und soll schrittweise umgesetzt werden. Leider wurde der Park am 24. Mai 2010 durch einen Tornado verwüstet und über 100 Gehölze wurden schwer geschädigt. Das Bruchholz wurde beseitigt und teilweise erfolgten neue Anpflanzungen; mehrere Bäume des Lehrpfades gingen jedoch verloren.


Das englische Königshaus und Seifersdorf?

1775 wurde im Schloss Hans Moritz Hauke als Sohn eines gräflichen Sekretärs geboren. Er wurde nach dem damaligen Besitzer des Rittergutes, Hans Moritz Graf von Brühl, benannt, der sein Patenonkel war. Hauke wurde Soldat und von Zar Nikolaus I. 1829 zu „von Hauke“ geadelt. Seine Tochter Julia wurde durch die Heirat mit Alexander von Hessen-Darmstadt zur Gräfin von Battenberg erhoben und ist damit Urahnin dieses Grafengeschlechts und direkte Vorfahrin der heutigen Königsfamilie.

Die englische Linie ihrer Nachfahren machte im Ersten Weltkrieg aus „Berg“ den „Mount“ und setzt „Batten“ nach hinten - es entstand „Mountbatten“. Der Prinzgemahl von Königin Elisabeth II., Philip v. Mountbatten und seine Nachkommen im englischen Königshaus, haben also auch Wurzeln in Seifersdorf - oder einfach: der UrUrUrUrGroßvater von William und Harry wurde hier geboren! Das wussten Sie bestimmt noch nicht!

Eine Nachkommin einer weiteren Tochter (Emilie) des Hans Moritz Hauke war die Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Nina.


Fotos: Hans Moritz von Brühl, Tina von Brühl und Carl von Brühl - Staatliche Kunstsammlungen/Galerie Alte Meister Foto Estrel/Klut

              Karl von Brühl-Renard - SLUB Dresden/Deutsche Fotothek

              Archiv Förderverein Seifersdorfer Schloss e. V.


 
 
 
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