Carl Graf von Brühl war der Seifersdorfer Schlossherr und zeitgleich von 1815 bis 1828 der Intendant der königlichen Theater zu Berlin.

Während seiner Intendanz in Berlin wurde das durch einen Brand zerstörte damalige Schauspielhaus am Gendarmenmarkt nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel wieder aufgebaut. Die Einweihung fand am 26. Mai 1821 statt.

Wenige Wochen später am 18. Juni 1821 feierte der "Freischütz" von Carl Maria von Weber seine Welturaufführung in Berlin.

An beiden Ereignissen hatte Carl von Brühl maßgeblichen Anteil.

Carl von Brühl bat Johann Wolfgang von Goethe, mit dem er seit frühester Kindheit in Verbindung stand, am 24. April 1821 darum, einen Prolog für die Eröffnung zu dichten.

"Der Meister beantwortete am 30. desselben Monats die Frage bejahend und versprach baldigst, eine Übersicht des Ganzen und den Anfang der Ausführung folgen zu lassen.

Goethe schrieb an Carl von Brühl:

"Ihr werthestes Schreiben, theuerster Herr und Freund, hätte mich beinahe erschreckt; es fand mich zwischen mehreren, durchs Frühjahr aufgeschlossenen Mineralienschränken, ..., ein weiter, kühner Schritt bis zu dem Berliner Prachtgebäude und allem was man daselbst leistet und erwartet. ... Die Ehre und Freude die Sie mit erweisen läßt mich keine verneinende Antwort finden; ich habe die Sache sogleich überdacht und Sie erhalten nächstens was bei mir entstehen wollte. ... Das fortdauernde Vertrauen dankbar anerkennend, mich zu fernerer freundlicher Mitwirkung schönstens empfehlend.

Treulichst J. W. Goethe, Weimar den 30. April 1821"

Schon am 2. Mai sendete Goethe den ersten Theil des Prologs und fügte mehrere Bemerkungen für die gesamten drei Theile, aus denen der Prolog ursprünglich bestehen sollte, hinzu; zwei Tage später, am 5. Mai, folgte der zweite Theil und der Anfang des dritten nebst einigen Zusätzen, und unterm 13. Mai 1821 die letzte Sendung. Doch war die erste Idee eines Prologs von drei Theilen aufgegeben und das Ganze verkürzt; auch lehnte Goethe die erhaltene Einladung, zur Einweihung nach Berlin zu kommen, krankheitshalber dankend ab." aus Biographie Johann Valentin Teichmanns Literarischen Nachlass von 1863 (Teichmann war Sekretär von Carl von Brühl beim königlichen Theater zu Berlin)

Beim heimatlichen Schloss in Seifersdorf gab Schinkel bei seinem Besuch 1817 noch diverse Hinweise zur Fertigstellung (1822).

Im Mai und Juni 2021 heißt es:

200 Jahre Konzerthaus in Berlin und 200 Jahre "Freischütz"