Aus SZ vom 07.04.08:

Seifersdorfer Schloss und Park sind bereits wieder erwacht

Von Rudolf Scheibe

Gestern Nachmittag lud der Förderverein ein. Trotz schlechten Wetters machten viele einen Abstecher in die Historie.

Unter dem Motto „Der Park erwacht“ hatte der Förderverein Seifersdorfer Schloss gestern Nachmittag zum traditionellen Familienfest eingeladen. Leider zeigte sich das Wetter nicht frühlingshaft, Regen und Wind beherrschten die Szene. Trotzdem waren Schloss und Park mit viel Leben erfüllt, zahlreiche Besucher teils von weither waren gekommen. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Führungen sehr gefragt


Der Verein mit seinen derzeit 44 Mitgliedern und weiteren Helfern hatte wieder vieles vorbereitet. Stets gefragt waren wieder die Führungen durch das Schloss, heute einem Schinkelbau im neugotischen Stil, der Anfang des 19. Jahrhunderts entstand. Es war hier bereits der sechste Schlossumbau, der auf eine Turmhügelburg aus dem 12. Jahrhunderts zurückgeht. Thomas Schicht und Dietmar Scope vom Verein führten die Besucher durch’s Schloss. Schon bei der ersten Führung waren um die 30 Leute dabei. „Über das große Interesse sind wir immer wieder erfreut und erstaunt“, meinte Thomas Schicht. Obwohl derartige Führungen jeden ersten Sonntag im Monat stattfinden, sind es von Mal zu Mal eher mehr Teilnehmer geworden. So zwischen 80 und 120 Besucher sind es jeweils bei diesen Tagen des offenen Schlosses.

Etwa eine Stunde dauert ein solcher Rundgang. Man erfährt vieles über die Geschichte des Schlosses, die Herrscherfamilie, Familienwappen, seine Nutzung und die heutigen Probleme und manches mehr. Aber an diesem Sonntag wurde über die Schlossführungen hinaus vom Verein noch weit mehr geboten. Eine Ausstellung von Annette Glandt zum Beispiel. Unter dem Titel „Farbakrobatik“ zeigte die angehende Erzieherin eine Auswahl aus ihrer Freizeitmalerei. Gekonnt experimentiert sie dabei mit Farben, spielt auch mit der Verfremdung von Körper und Form. Für die Kleinen waren hier auch eine Malstube eingerichtet. Nebenan konnten Groß und Klein ihr Können im Töpfern versuchen. Für die Kinder ein besonderer Anziehungspunkt vor dem Schloss die Clownerie von Andreas Weidner. Mit dem Werkstattleiter vom Theater der Jungen Generation und Vereinsmitglied ließen sich allerlei Späße ausprobieren. Beim Sockelziehen machten sogar die Großen mit. Lutz Fiedler aus Großröhrsdorf fand zum Beispiel viel Freude daran.

Das Kinderreiten lockte


Und dann war da noch der Verein Wunderland, der ja gleich neben dem Schloss seine Pferdeställe hat. Auf den Rücken von drei Pferden konnten die Knirpse auf Runden beim Kinderreiten gehen. Was dann aus einem Pkw-Hänger geladen wurde, erfreute die Kleinen besonders. Nämlich zwei kleine zehn Tage alte Lämmer mit ihrer Schafmutter sowie ein erst drei Tage altes Ziegenkind, das gleich meckernd durchs eilig aufgebaute kleine Gehege sprang. Da war nicht nur Janek aus Kleinröhrsdorf begeistert, der mit seinen Großeltern Gerda und Wilfried Israel hier zum Fest gekommen war. Zugleich wurde gestern dabei die Grillsaison im Park eröffnet, außerdem zu Kaffee und Kuchen ins Schloss eingeladen. Für den Abend war dann noch ein Konzert mit dem Ensemble „TreCantus“ mit Jana Karin Adam (Sopran) und Franns Wilfried Promnitz von Promnitzau (Tenor) vorgesehen. 2003 war der Förderverein für das Schloss gegründet worden, Schritt für Schritt wurde schon einiges erreicht. Gestern wurde das Kleinod in Seifersdorf wieder ein ganz besonderer Anziehungspunkt.